PonyDanceTravel: Fünf Highlights, die Curaçao unvergesslich machen

Die Reise beginnt mit einer mittelgroßen Katastrophe. Morgens um halb vier lasse ich mich müde zum Flughafen fahren und checke auf dem Weg noch zwei mal, ob sich Flugticket und Reisepass auch im Gepäck befinden – nur um am Flughafen festzustellen, dass mein Geldbeutel noch zuhause liegt. Herzrasen! Und lautes Schimpfen in der Schlange zum Check-in, wo ich doch sonst eher der ruhige Typ bin.

Sind das nicht diese Dinge, vor denen man immer Angst hat und die doch nie passieren?
Bis sie dann irgendwann doch passieren anscheinend. Zu meinem großen Glück konnte der Mann nicht mehr einschlafen und durfte folglich schnell in ein Taxi hüpfen, um mich noch rechtzeitig mit Kreditkarten zu versorgen. Puh, gerade so noch gerettet. Kann losgehen!

Was dann passierte, waren sechs Tage voller verrückter Erlebnisse, inspirierend schöner Menschen, fremder Gewürze auf der Zunge und Landschaften, bei denen mir ein paar Mal kurz das Herz stehen blieb. Schwer genug, das alles in Worte zu fassen – deshalb hole ich einfach das Fotoalbum raus und nehme euch mit auf meine erste Karibik-Reise überhaupt. Mit den fünf Dingen, die diese sechs Tage in Curaçao unvergesslich gemacht haben.

Die PonyDanceTravel Top 5: Lieblingsorte in Curaçao

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1. Weite überall: Aufatmen im Shete Boka Nationalpark

Ich sitze barfuß auf rutschigen Treppenstufen, die hier in den Fels geschlagen wurden, ganz allein und dankbar dafür und beobachte gebannt die Wellen, die hier laut und bedrohlich in die Höhlenwände knallen. Schnell rauschen sie in das dunkle Schwarz der Boka Tabla Höhlen, wo sie eine Weile herum tosen, bis sie sich dann geräuschlos wieder zurückziehen in das Blau des Ozeans, nur um gleich wiederzukehren.

Nur ein paar Schritte weiter oben erstreckt sich die Landschaft in eine endlose Weite, ganz egal in welche Richtung ich mich drehe. Der Wind pfeift mir den Hut vom Kopf und meine Kamera filmt noch, während ich ihm hinterher über die raue Landschaft der Nordküste Curaçaos renne, mitten durch den Shete Boka Nationalpark. Nur hier zu stehen ist schon beeindruckend – der Boden so trocken und das Meer so lebendig, dass ich nichts mehr will außer bleiben, stundenlang auf dieser Bank sitzen und in die Landschaft starren.

Shete Boka National Park Curacao

Shete Boka National Park Curacao

Shete Boka National Park Curacao

Fanni im Shete Boka National Park Curacao

Shete Boka National Park Curacao

Fanni im Shete Boka National Park Curacao

Shete Boka National Park Curacao

 

2. Willemstad und die Geschichte zu Curaçaos bunten Häusern

Wer über die Juliana Brücke nach Willemstad fährt oder gemütlich durch die kleine Hauptstadt Curaçaos spaziert, entdeckt eines sofort: Farbe, überall! Ob Kolonial-Architektur oder noch jung, jedes einzelne Haus scheint hier in bunten Farben zu strahlen. Selbst in den Vororten und selbst auf dem Land kehrt sie in jeder Siedlung wieder, die Farbe.

Und hier kommt der Fun Fact zu den Farben in Curaçao: die sind nicht etwa aus ästhetischen Gründen da, sondern aus gesundheitlichen. Okay, vielleicht auch aus wirtschaftlichen.
Was denn jetzt, Fanni? Also, die Geschichte ging so: es war einmal ein Volk, das lebte auf einer wunderschönen Insel und litt unter Kopfschmerzen. Da kam der Gouverneur der Stadt auf eine Idee: es muss an der Sonne liegen, die auf den hellen Hauswänden reflektiert. Und entschied deshalb gleich per Gesetz, dass alle Hauswände bunt bemalt werden sollen, sofort! Was nicht nur die Einwohner glücklicher machte, sondern den Gouverneur auch noch reich. Es war nämlich so: dem Gouverneur gehörten Anteile an einer Farbenfabrik in den Niederlanden, die die Insel mit der nötigen Farbe für die Häuser belieferte und mit dem Großauftrag aus Curaçao viel Geld verdiente. Und so auch er, der schlaue Gouverneur.

Willemstad, Curacao

Willemstad, Curacao

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Noch mehr Geheimtipps für Willemstad:

Essen: Hungrige Mäuler werden im De Gouverneur mit #Foodporn Sandwiches und einer Aussicht zum noch ein bisschen länger bleiben versorgt.

Kultur: Hand hoch wer wusste, dass Curaçao einer der wichtigste Handelsplätze im Sklavenhandel war! Ich hatte überhaupt keine Ahnung und war fasziniert, erschreckt und ziemlich durchgerüttelt nach dem Besuch im Kura Hulanda Museum, wo uns eine alte Dame mit einer wunderbaren Leidenschaft für die Geschichte ihres Volkes die Augen geöffnet hat für Geschehnisse, die laut ihr selbst auf Curaçao nicht genug Aufmerksamkeit in der Geschichtsstunde bekommen.

Restaurant De Gouverneur in Willemstad, Curacao

^ Lunch im Restaurant De Gouverneur in Willemstad

Kura Hulanda Museum in Willemstad, Curacao

Kura Hulanda Museum in Willemstad, Curacao

^ Kura Hulanda Museum in Willemstad

 

3. Roadtrip entlang den Stränden der Westküste

Curaçaos Westküste mag auf der Karte wie ein kahler Fleck wirken, im echten Leben aber ist es ein Mekka der schönsten Strände. Könnte ich beamen – ich säße in dieser Sekunde wieder in einem Auto, durch abgelegene Pisten rasend, vorbei an Buschlandschaft aus Kakteen, von einem Strand zum nächsten, immer weiter entlang der Westküste.

Wir halten am Strand Playa Forti, wo die Kinder der Locals quietschend um ein Fischerboot rennen, das einsam am Strand liegt und ein kleines Restaurant am äußersten Rand der Felsen Karibik-Romantik und Sonnenuntergänge wie aus dem Bilderbuch verspricht. Weiter geht’s zum Cas Abao Beach, ein langgezogener Strand mit paradiesisch-weißem Sand. Eingebettet in meterhohe Hügel liegt er da und wirkt sanft und bedrohlich zugleich: denn auf der Spitze der Hügel schauen ebenso meterhohe Kakteen auf mich herunter, sodass ich mir den neugierigen Spaziergang in diese sonnenverbrannte Wildnis lieber erspare.

Viele Strände auf Curaçao sind privat geführt, was für eine Gebühr von rund 3 US$ vor allem saubere Duschen, Toiletten, überraschend gut ausgestattete Bars und sogar W-LAN bedeutet.

Roadtrip Curacao Westküste

Roadtrip entlang der Westküste in Curacao

^ Neugierige Blicke aus dem Auto auf das Landleben in Curacao 

Strand an der Westküste, Curacao

^ Life is better at the Beach: Westpunt Playa Forti

Strand an der Westküste auf Curacao

Strand an der Westküste auf Curacao

^ Mutige Jungs von der Insel: Klippenspringen an Curaçaos Westküste

Strand an der Westküste, Curacao

Landschaft am Cas Abao Beach, Curacao

^ Landschaft zum Niederknien am Cas Abao Beach

Fanni am Strand Cas Abao Beach an der Westküste von Curacao

Cas Abao Beach, Strand an der Westküste, Curacao

 

4. Panik im Paradies: Ocean Encounters & Dolphin Academy

Die wohl verwirrendste Erfahrung meiner Karibik-Reise gab es gleich doppelt: den Besuch im Curacao Sea Aquarium – einmal zu etwas, das sich “Animal Encounter” nennt und ein weiteres Mal zu einem “Dolphin Encounter”. Verwirrend deshalb, weil ich mich beim Reisen bisher von Einrichtungen wie der Curacao Dolphin Academy ferngehalten habe. Ganz einfach weil ich mich lieber nicht damit beschäftigen wollte, ob ich ihre Existenz nun okay bis richtig oder schlichtweg falsch finde. Verwirrend aber auch, weil schnorcheln für mich bisher immer etwas sehr entspanntes, ja sogar wunderbar entspannendes war. Nicht so diesmal: hinter dem netten Namen “Animal Encounter” versteckt sich ein Schnorchelgang, bei dem wir Stachelrochen, Meeresschildkröten und Haie mit kleinen Fischen füttern, die wir in einer Plastikbox hinter uns herziehen. Letztere sind zum Glück immerhin durch einen normalen Drahtzaun von uns getrennt, nicht aber die Rochen, die direkt nach dem mutigen Sprung ins Wasser auf mich zu geschwommen kommen und ihren glitschigen Körper meinen Bauch entlang streichen, sodass ich laut quietschen möchte vor Aufregung. Wie das unter Wasser aussieht? Hier gibt’s das Video zum Animal Encounter.

Beim Dolphin Encounter geht es dann schon entspannter zu, Delfine haben schließlich auch bei schlechter Laune ein Lächeln im Gesicht, rein anatomisch haben diese Tiere also etwas nettes an sich. Die Delfindame Roxy, mit der ich in Curacao planschen darf, hat zum Glück aber wirklich gute Laune und lässt sich bereitwillig von mir abknutschen. Und weil die Dolphin Academy hier so schön mitten in den Ozean hinein gebaut ist und die Delfine zwischendurch auch ganz frei im offenen Meer schwimmen dürfen, entscheide ich mich dafür dass es schon okay ist, zumindest diesmal. Und lache über meinen Gesichtsausdruck auf den Bildern von diesem schrägen Erlebnis.

5 epic things to do in Curacao / Pony Dance #Travel

^ Pure Panik bevor es ins Wasser geht – zu Stachelrochen, Haien und Meeresschildkröten

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^ Der große dunkle Fleck rechts neben mir ist übrigens ein Stachelrochen. Hallo auch, du Riesentier!

Curacao Aquarium, Willemstad

^ Marijke von Ocean Encounters Curacao erklärt uns, wie die Rochen, Meeresschildkröten und Haie richtig gefüttert werden.

5 epic things to do in Curacao / Pony Dance #Travel

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Fünf Dinge, die man in #Curacao gesehen haben muss / Pony Dance #Travel

Fanni (Stefanie) Briggl beim Dolphin Encounter in der Curacao Dolphin Academy

^ Will nur spielen: Fanni in der Curacao Dolphin Academy

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Blick auf die Becken der Delfine in der Curacao Dolphin Academy

 

5. Girlcrush unter Palmen: Das Curaçao North Sea Jazz Festival

Jedes Jahr im Sommer avanciert die ansonsten eher ruhige Karibik-Insel Curacao zur Hochburg des Jazz. Genau genommen ist das Curacao North Sea Jazz Festival natürlich aber nicht auf ein Genre limitiert, im Gegenteil: ich durfte bei zwei Nächten Musik unter Palmen auch mitreißenden Soul, Funk, Latin und RnB erleben, zum Beispiel mit einer umwerfend energetischen Janelle Monáe oder dem laut angefeuerten Superstar des Samstagabends, Bruno Mars. Und einen völlig unerwarteten, dafür um so heftigeren Girlcrush: nach dem ersten Song hielt es mich bei Joss Stone nicht mehr auf dem Sitz, stattdessen fand ich mich plötzlich in der ersten Reihe wieder und verfolgte gefesselt das Konzert der Britin mit der Wahnsinnsstimme, die mit Babe-Ausstrahlung und verrückt guter Laune auch das Curaçao North Sea Jazz Festival zu einem unvergesslichen Teil meiner Reise machte.

PonyDanceClyde über das Curacao North Sea Jazz Festival 2014 und die heimliche Favoritin des ersten Abends, Joss Stone.

Curacao North Sea Jazz Festival / PonydanceClyde

^ © Curaçao North Sea Jazz Festival

Da ist Curaçao dann doch wieder “Holland in der Karibik”: bezahlt wird mit den für niederländisches Nachtleben typischen “Tokens”.

Curacao North Sea Jazz Festival

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Hach Curacao, du tolles Stück Karibik! <3 Und Julia? Die hat sich für ein halbes Jahr nach Neuseeland verabschiedet und erlebt auch so einiges.

Alle PonyDanceTravel-Reiseberichte gibt’s hier.

Fanni liebt das Internet, ihren Kiez in Neukölln, Schaukelstühle, italienisches Essen und Musik, die sie auf dem Sofa hüpfen lässt. Sie kann schneller Bier trinken als alle anderen, verträgt aber außer Mexikaner keine Kurzen.

4 Comments

  • […] PonyDanceTravel: Fünf Highlights, die Curaçao unvergesslich machen […]

  • […] Außerdem war Fanni neulich in Curacao unterwegs. […]

  • Reply October 29, 2014

    Elisa

    Wunderschöne Bilder, *Fernweh* =) Kommt man auf der Insel eigentlich auch ohne (Miet-)Wagen aus? Gibt es überhaupt irgendein Busnetz oder ähnliches?

    LG, Elisa

    • Reply November 2, 2014

      Fanni

      Danke du Liebe! Was das Verkehrssystem angeht ist Curaçao ein bisschen amerikanisch: Alle sind immer mit dem Auto unterwegs, Busse gibt es eher von privaten Anbietern. Als wir ein mal zu Fuß unterwegs waren wurden wir ständig von netten Locals gefragt ob wir mitfahren wollen… Also: ja, man braucht auf jeden Fall einen Mietwagen!
      Liebst,
      Fanni <3

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