Kunst gucken: Die Top 5 Ausstellungen bei der Berlin Art Week 2014

Diese Woche ist Kunst am Start: die Berlin Art Week findet statt, nun schon zum dritten Mal und mit einem immer größer werdenden Aufgebot an Kunst, Veranstaltungen drumrum und inzwischen sogar einer Konferenz.

Und weil das Angebot so breit wie tief und für Freizeit-Kunstgucker wie mich nur schwer zu durchblicken ist wollte ich hier ein paar sehenswerte Ausstellungen, Künstler oder Events präsentieren, die es bei der Berlin Art Week zu sehen lohnt. Schon nach zwei Stunden Recherche ein Unterfangen, das ich zutiefst bereute. So schwierig die Beschaffung von Pressematerial, so kompliziert die Anforderungen an dessen Nutzung. Leider bin ich mindestens genau so schlecht darin, einmal angefangenes wieder bleiben zu lassen, wie in der (nötigen) Gelassenheit über diese Verkomplizierung von Kulturarbeit.
Aber ich will mich hier nicht über die kleinen und großen Herausforderungen meines ansonsten ziemlich fantastischen Blogger-Jobs beschweren. Es soll schließlich um die Kunst gehen, und die soll an dieser Stelle für sich selbst sprechen. Los geht’s: geht raus da und zieht sie euch rein, die fünf spannendsten Ausstellungen bei der Berlin Art Week 2014.

 

Kate Cooper: Rigged 2014

Spannend Weil: die britische Künstlerin, die 2014 bereits den Kunstpreis der Schering Stiftung einheimsen konnte und und mich vom ersten Blick auf ihre Bilder an fasziniert hat. Bei der Berlin Art Week 2014 zeigt sie Arbeiten, die nicht nur optisch knallen, sondern auch inhaltlich: Cooper beschäftigt sich in “Rigged” vor allem mit der Entwicklung der Sprache und Nutzung von Bildern im Zeitalter von omnipräsenter Berieselung durch die Social-Media-Kanäle. Ein Thema, mit dem wir uns ruhig alle öfter und ein wenig intensiver auseinandersetzen dürften:

„Wie können wir, in unserer post-gegenständlichen Welt – in der Bilder keinen Ort haben und frei durch Netzwerke treiben – die Kraft von Bildern neu verhandeln, ihnen ihre Macht zurückgeben, sie dazu bringen, für uns zu arbeiten?”

Wann / Wie / Wo: Das KW Institute for Contemporary Art Berlin widmet Kate Cooper vom 14. September 2014 bis zum 11. Januar 2015 ihre erste Einzelausstellung, in der Foto- und Videoarbeiten der Künstlerin gezeigt werden – und sie im Rahmen der Berlin Art Week das größere Publikum erreicht, das sie verdient.

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^ Kate Cooper RIGGED, 2014, Courtesy Kate Cooper 

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^ Kate Cooper, Rigged, 2014; Installationsansicht; Foto: Theo Cook, Courtesy Kate Cooper 

 

abc art berlin contemporary

Spannend Weil: die Berlin Art Week uns mit der ein oder anderen Ausstellung die Möglichkeit gibt, auch mit ganz ziellosem Treibenlassen Neues zu entdecken. Die abc art berlin contemporary ist so ein Fall, umfasst die Sammelausstellung doch die Arbeiten von zahlreichen spannenden Künstlern: 111 teilnehmende Galerien, 40 Performances, Soundarbeiten, Film- und Theaterproduktionen sowie ausgewählte Künstlergespräche. Und auch wenn ein solches Überangebot anstrengend für Geist und Augen sein kann – wer es schafft, bei der abc selektiv Kunst zu gucken, darf hier sicher Tolles entdecken.

Wann / Wie / Wo: vom 18. bis 21. September findet die Sammelausstellung in der schon für sich beeindruckenden Location Station Berlin statt.

Berlin Art Week: abc art berlin contemporary: BQ FK1233 FRIEDRICH KUNATH, IF YOU LEAVE ME CAN I COME TOO?, 2012

^ BQ – Friedrich Kunath; Friedrich Kunath, “If you leave me can I come too?”, 2012; Photo: Henning Moser, Berlin, courtesy BQ, Berlin

Berlin Art Week: abc art berlin contemporary, DANIEL FARIA GALLERY, DOUGLAS COUPLAND, OPTIMISM vs. PESSIMISM, 2014

^ Daniel Faria Gallery – Douglas Coupland; Optimism vs. Pessimism , 2014; Courtesy of the Artist and Ellis King, Dublin

Berlin Art Week: abc art berlin contemporary, LISSON GALLERY, CHRISTIAN JANKOWSKI, "WOW!", 2013

^ Lisson Gallery, Christian Jankowski, “Wow!”, from the series „Visitors” 2013

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^ A Gentil Carioca – João Modé; Galaxy, 2014; Courtesey João Modé

 

EXOTICA… and 4 other cases of the self

Spannend weil: der me Collectors Room in Zusammenarbeit mit der Stiftung Olbricht  zur Berlin Art Week eine Ausstellung zeigt, die unterschiedlichste Künstler präsentiert und dabei ein zentrales Thema bearbeitet: die Frage des Selbst in unserer Zeit.

Wann / Wie / Wo: Vom 17. September 2014 bis in den Februar 2015 zeigt der me Collectors Room Berlin in Mitte die Ausstellung, die “Wunderkammer Olbricht” mit Exponaten aus Barock- und Renaissancezeit ist permanent installiert.

Berlin Art Week: me Collectors Room: Marina Abramović

^ Marina Abramović: Self portrait with skull, 2005; Courtesy Marina Abramović and Sean Kelly Gallery, New York; Foto: Paolo Canevari

Berlin Art Week: me Collectors Room: Erwin Wurm

^ Erwin Wurm: man hiding in pullover (59 Stellungen), 2011, Edition 15; Courtesy of Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Innsbruck/Wien, © Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

 

Berlin Art Week Opening / Schwindel der Wirklichkeit

Spannend Weil: die Berlin Art Week mit einem großen Knall startet und dabei statt nur sich selbst zu feiern auch das eigentliche Thema nicht zu kurz kommen lässt – die Kunst. Denn das Grand Opening ist gleichzeitig die Eröffnung der Sammelausstellung “Schwindel der Wirklichkeit”, bei der die Werke zahlreicher Gegenwartskünstler präsentiert werden, die sich schwerpunktmäßig mit den Themen Wirklichkeit und Simulation beschäftigen.

Wann / Wie / Wo: Das Grand Opening in der Akademie der Künste startet am 16. September ab 19 Uhr. Neben der Ausstellung gibt’s natürlich noch Musik, Drinks und schöne Menschen – der Eintritt ist frei und offen für alle und der Event somit auch für kleine Kunstmuffel einen Blick wert.

Berlin Art Week / Schwindel der Wirklichkeit: Hamish Fulton  Walk 2: Margate Sands, 2010; Foto: Dan Bass; © Hamish Fulton / Maureen Paley, London

^ Hamish Fulton  Walk 2: Margate Sands, 2010; Foto: Dan Bass; © Hamish Fulton / Maureen Paley, London

Berlin Art Week / Schwindel der Wirklichkeit: Trevor Paglen; KEYHOLE IMPROVED CRYSTAL from Glacier  Point (Optical Reconnaissance Satellite; USA 186),  2008

^ Hamish Fulton  Walk 2: Margate Sands, 2010; Foto: Dan Bass; © Hamish Fulton / Maureen Paley, London

 

Luca Vitone: Imperium

Spannend weil: der Neue Berliner Kunstverein mit Luca Vitones “Imperium” eine Ausstellung zeigt, die uns auf ganz ungewohnte Art und Weise zu packen kriegt. Denn der italienische Künstler, der heute in Mailand und Berlin lebt, kreiert “olfaktorische Skulpturen”, die mit Duftstoffen arbeiten, um darüber Assoziationen zu erwecken. Bei seiner Ausstellung zur Berlin Art Week zeigt Luca Vitone eine Reihe neuer Arbeiten, die sich mit der Präsenz staatlicher Macht im ökonomischen, politischen, legislativen und kulturellen Raum beschäftigen.

Wann / Wie / Wo: Vom 20. September bis zum 9. November 2014 ist die Ausstellung im Neuen Berliner Kunstverein zu sehen, die Eröffnung findet am 19. September 2014 ab 19 Uhr statt.

Berlin Art Week: Neuer Berliner Kunstverein, Luca Vitone

^ Luca Vitone: “L’ultimo viaggio”, 2005; Ausstellungsansicht; Nomas Foundation, Rom: Foto: Fulvio Richetto

 

… Und wir haben noch mehr! Alle Event-Tipps für Berlin gibt’s hier.

Fanni liebt das Internet, ihren Kiez in Neukölln, Schaukelstühle, italienisches Essen und Musik, die sie auf dem Sofa hüpfen lässt. Sie kann schneller Bier trinken als alle anderen, verträgt aber außer Mexikaner keine Kurzen.

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