Auckland, du raue Naturschönheit: Drei Ausflüge und ein Fototagebuch

Es ist schon verflixt mit dem Zeitgefühl. Man erlebt die tollsten Dinge, schaut auf die wundervollste Natur und atmet die klarste Luft. Und plötzlich sind die ersten drei Wochen in Neuseeland dahingeschmolzen. Inzwischen bin ich vom wunderschönen Auckland ins hippe Wellington gezogen und immer wieder werde ich gefragt: Julia, was fandest du an Auckland eigentlich am Besten?  Das bringt mich zum Nachdenken. Zum einen würde mir keinesfalls anmaßen die Stadt nach zwei Wochen auch nur annähernd zu kennen. Zu kurz, zu schön war die Zeit die ich dort verbracht habe. Zum anderen kann ich eines mit Sicherheit sagen:

Liebes Auckland, deine Natur ist atemberaubend schön.

Es ist ein bisschen wie mit Berlin – Auckland ist einfach riesengroß. Und es liegt so hübsch ausgestreckt in den Subtropen der nördlichen Nordinsel Neuseelands herum, dass es mit dem Gefühl für die Entfernungen und tollen Dinge in der Stadt gut mal ein halbes Jahr dauern kann. Um die Sache einfacher zu gestalten, habe ich für euch drei Ausflüge gemacht, die ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Alles was ihr braucht ist wetterfeste Kleidung und gute Wanderschuhe – denn in Neuseeland gibt es vier Jahreszeiten am Tag und die Lage schwenkt gerne mal von Hochsommer nach Platzregen um. Und los gehts:

Schroff aber sexy: Wandern auf Rangitoto

Eine Mondlandschaft aus schwarzer Basaltlava sieht mal nicht jeden Tag. Deswegen konnte ich mich auch nicht beherrschen und steckte gefühlte einhundert Bilder von meinem Wandertag auf Rangitoto in die obige Bildergalerie. Wer wie Ronja Räubertocher durch Lavatunnel klettern möchte und einmal von ganz oben auf den türkisblauen Hurakigolf und seine grünen Inseltupfen blicken mag, der ist auf dem nur 600 Jahre jungen Rangitoto-Vulkan genau richtig. Mit der Fähre dauert es ab Auckland nur knapp 25 Minuten in dieses unbewohnte Naturparadies. Geheimtipp: Einfach mal unterwegs hinsetzen und der Natur und den Vögeln zuhören. Ihr werdet Verwunderliches entdecken, zum Beispiel den kleinen Piepmatz der mit Sicherheit R2D2 in Star Wars vertont hat.

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Das Mogli-Gefühl: Dschungelwandern in den Waitakere Ranges

Wer in Auckland wohnt sollte sich unbedingt ein Auto anschaffen oder für günstige 15 Dollar pro Tag eins mieten, denn er wird belohnt: Die Waitakere Ranges strotzen vor grünem Busch und glasklaren Flüssen, viele Wanderwege führen direkt am Wasser entlang. Nur dreissig Minuten Fahrt durch Auenland führten uns zum vierstündigen Goldie Bush Walk, der Wasserfälle und Flussüberquerungen verspricht. Vier Stunden, das kam uns schon etwas lang vor für die fluffigen acht Kilometer – durch den Regen am Vortag gestaltete sich das Unterfangen allerdings matschig und abenteuerlich. Oft musste ich mich zwicken und mir selbst ins Ohr flüstern: Ja, ich bin nun wirklich in Neuseeland. Und zwar Mitten im Urwald. 

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Einmal Luft anhalten: Die Aussicht auf Mount Eden

Was, schon wieder ein Vulkan? Jep, Auckland besteht aus über fünfzig inaktiven Vulkankegeln die ausgenutzt werden wollen. Die höchste natürliche Erhebung ist der Ausguck Mt Eden, nur dreissig Minuten Fussweg und fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Der Vulkankegel heisst eigentlich Maungawhau und war bis 1700 von einem Maoristamm bewohnt, als eines der wichtigsten Siedlungszentren in Auckland. Die Maori sahen im Krater übrigens die Essschüssel des Gottes Mataahou. Am besten wandert ihr zum Sonnenuntergang und mit eurem Liebsten auf das gute Stück – die Romantik ist quasi omnipräsent. Und vergesst nicht eure Taschenlampe für den Rückweg, denn die Sonne schwuppt auf der Südhalbkugel innerhalb von zwei Minuten außer Sichtweite. Hach.

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Julia steht auf schwitzige Rockkonzerte, Whiskey und blutige Steaks. Sie braucht jede Nacht mindestens achteinhalb Stunden Schlaf und mindestens zehn Minuten um einen ironischen Witz zu verstehen.

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