#BelongAnywhere: Warum die Berliner Mauer zeigt, dass wir überallhin gehören

Wenn mein Besuch mich mal wieder fragte, ob wir jetzt gerade im ehemaligen Westen oder im Osten sind, wusste ich bis vor kurzem nur selten eine Antwort. Denn so richtig bewusst war mir selten, was diese Stadt erlebt hat. Es hatte einfach zu wenig mit meinem Leben zu tun, das für einen Wahlberliner 2014 wahrscheinlich ziemlich typisch aussieht: in 1986 in Westdeutschland geboren und erst 2010 nach Berlin gezogen.

Das ändert sich gerade. Und viel davon hat mit dem zu tun, was vergangenen Sonntag in Berlin passierte – auch wenn es ja eigentlich nur eine von diesen großen Parties vor dem Brandenburger Tor war, von denen ich mich normalerweise strikt fernhalte. Man musste aber auch nicht vor dieser Bühne stehen, um zu merken, dass hier gerade etwas großes passiert. Etwas, das lang her sein mag, die Menschen dieser Stadt aber bewegt als wär’s gestern gewesen – vielleicht sogar die vielen, die neu dazugekommen sind. Oder wie es ein Freund von mir auf Facebook ausdrückt:

25 Jahre ohne diese scheiß Mauer.

 

Es sind 25 Jahre Freiheit. Freiheit zu reisen zum Beispiel, nicht nur rüber in den anderen Teil der Stadt, sondern eben überallhin. Mittlerweile ist das Normalität: wir nennen uns Digital Nomads, können so ziemlich alles von überall aus machen und hopsen über diesen Planet, als wäre rein gar nichts dabei.

Eine Plattform wie Air BnB verkörpert das neue Lebensgefühl perfekt, das für unsereins mittlerweile selbstverständlich ist: In Kuala Lumpur wohne ich mit dem Skyline-Blick meines Lebens bei Jan und Jess, einem schweizerisch-britischen Paar, in Dänemark bei Studentin Maria, die mit dem typisch skandinavischen Sinn für Design ausgestattet ist, in Lissabon zeichnet Pedro mir in seiner Stadtwohnung die besten Flohmärkte in eine Karte. Und die nächsten Reiseziele sind inzwischen immer auch da, wo wir mal wieder eine viel zu schöne Air BnB Wohnung gefunden haben.

Zum 25. Jahrestag des Berliner Mauerfalls hat die Plattform für private Ferienwohnungen ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie diese Mauer die Menschen noch immer begleitet, die täglich mit ihr lebten. “Wall and Chain” heißt es – und selbst wenn wir, die wir vielleicht viele Jahre nach dem Mauerfall erst hier ankamen, in unserem Leben überhaupt nichts von Mauern und Ketten spüren, leben wir diese Geschichte doch jeden Tag weiter. Wir sind uns dessen eben nur nicht so bewusst.

Und so rührselig-amerikanisch wie sie klingt: das animierte Video von Air BnB zu 25 Jahren Mauerfall erzählt von einer wahren Geschichte, die genau so passiert ist. Seht selbst – es ist verrückt.

(Wenn das Video nicht angezeigt wird bitte kurz den AdBlocker pausieren.)

 

Geschichten zum Hintergrund von Wall and Chain gibt’s auf Facebook und Twitter.

 

Fanni liebt das Internet, ihren Kiez in Neukölln, Schaukelstühle, italienisches Essen und Musik, die sie auf dem Sofa hüpfen lässt. Sie kann schneller Bier trinken als alle anderen, verträgt aber außer Mexikaner keine Kurzen.

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